Seit dem 1. Mai 2004 sind die Länder Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern Mitglieder der Europäischen Union.
Das Interesse der deutschen Unternehmen an diesen Märkten ist seitdem weiter gestiegen. Vor allem die Rechtssicherheit auf EU-Niveau lässt viele Unternehmen nach neuen Geschäftsmöglichkeiten Ausschau halten. IHKs und AHKs berichten von einem um etwa 25 Prozent gestiegenen Anfragenvolumen seitens deutscher Firmen.
Das Interesse der deutschen Wirtschaft richtet sich dabei in erster Linie auf den Export und damit den Absatz seiner in Deutschland, aber auch in gestiegenem Maße in MOE produzierten Güter. Denn, so die Hinweise aus den AHKs, die Beitrittsländer sind inzwischen keine klassischen Billiglohnländer mehr. Im Zuge der zahlreichen Ansiedlungen von Großunternehmen aus den Industrieländern werden mittlerweile in manchen Beitrittsländern qualifizierte Arbeitskräfte knapp - mit der Folge, dass die Löhne steigen. Infolgedessen steht heute nicht mehr nur das Kostenmotiv für eine Investition deutscher Unternehmen in diesen Ländern im Vordergrund. Auch Auslandsinvestitionen zum Aufbau von Vertriebs- und Kundendienststrukturen nehmen an Bedeutung zu.
Der wirtschaftliche Aufholprozess der Beitrittsländer wird sich auch nach der Erweiterung fortsetzen: Insbesondere Deutschland als großem Nachbar- und Exportland kommen dabei die hohen BIP-Wachstumsraten der Beitrittsländer zu Gute, die in etwa doppelt so hoch sind wie die des Euroraums.
Unternehmen, die innerhalb Europas Produktionsstandorte mit niedrigen Löhnen suchen, wenden sich bei ihrer Suche inzwischen verstärkt günstigeren Produktionsstandorten wie Rumänien und Bulgarien zu. Deren Arbeitskosten betragen nur rund ein Drittel der tschechischen oder ungarischen Werte bzw. nur rund ein Zwanzigstel des westdeutschen Niveaus.